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Preistendenz :

27.07. 2017

Börse bleibt fest nach Bestandsabbauten in USA.

Aktueller Preis : 2000l Standard-Heizöl schwefelarm bei

einer Abladestelle :
46,48 / 55,31 €/100l.


Aktueller Trend :

Preise seitwärts.

Markteinschätzung - Aussichten
:

Marktlage

Der Markt war lange in einer abwartenden Position, ob die Maßnahmen der OPEC die Verfügbarkeit tatsächlich reduzieren und die Bestände sinken. Was passiert mit der US Ölförderung bei Preisen von 45 Dollar pro Barrel? Kann die US Schieferölindustrie weiter wachsen oder wird der Boom durch die niedrigeren Preise ausgebremst?

In diesem Jahr waren einige Fehlstarts zu beobachten. Die Preise legten immer wieder eine Rallye hin, nur um dann im Anschluss noch tiefer abzurutschen und schließlich in einen Bärenmarkt zu fallen. Nun scheinen sich die Anzeichen allerdings zu verdichten, dass die Strategie der OPEC funktioniert. Die US Ölbestände sind seit Ende März um mehr als 50 Mio. Barrel gesunken und die US Schieferölindustrie hat Investitionskürzungen angekündigt.

In der zweiten Jahreshälfte ist die Nachfrage nach Öl saisonal bedingt höher, während Saudi-Arabien, die VAE und Kuwait nun striktere Kürzungen bei den Exporten umsetzen wollen. Nigeria hat nun Probleme mit seinen Exporten bekommen, nachdem die beiden wichtigen Pipelines Nembe Creek und Trans Niger abgeschaltet werden mussten. Die Verfügbarkeit am Markt wird sich daher nicht unbedingt verbessern, weshalb die jüngste Entwicklung die Preisniveaus an ICE und NYMEX klar stützt.

Die Reduzierung des Überangebots in den USA wird für den Rest des Sommers anhalten und sich möglicherweise bis in den Herbst hinein verlängern, sollte Saudi-Arabien seine Intention einer starken Reduzierung der Ausfuhren durchsetzen, so Analyst Jim Ritterbusch von Ritterbusch & Associates. Auch Donald Morton von Herbert J. Sims & Co. glaubt, dass der Markt auf dem Weg zu einem ausgeglichenen Verhältnis ist oder die Marktteilnehmer darauf setzen, dass dies eintritt.

Allerdings ist die Entwicklung auch mit Vorsicht zu genießen. Gleicht sich der Markt tatsächlich weiter aus und steigen dadurch die Preise, können auch die US Schieferölunternehmen wieder mehr Öl fördern, da deren Produktionsgebiete rentabler werden. Steigen die Ölpreise zu stark an, könnte dies zu einem ähnlichen Boom der US Ölbohranlagen wie in der ersten Jahreshälfte 2017 führen, was die Ölproduktion 2018 wieder anheizen kann.

Der kurzfristige Ausblick ist nun von fundamentaler Seite sicherlich deutlich bullisher als zuletzt, 2018 wird allerdings ein eventuell noch schwierigeres Jahr als 2017. Die OPEC und Nicht-OPEC Länder werden einen Weg finden müssen die Produktionskürzungen beenden zu können, ohne den Markt zu fluten. Denn Länder wie Brasilien, Kasachstan oder aber auch der Irak hatten zuletzt immer wieder angekündigt ihre Produktionskapazitäten steigern zu wollen. Auch aus Westafrika und der Nordsee können zusätzliche Mengen auf den Markt kommen, weshalb die langfristige Einschätzung gedämpft bleiben wird.

Preisaufschläge  sind  durch geopolitische Risiken (z.B. Ägypten / Syrien / Sudan / Irak / Iran / Russland), positiven Wirtschaftsdaten und expansive Maßnahmen der FED begründet, welche die Börsen nach oben ausschlagen lassen.

Alle Einschätzungen ohne Gewähr.





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Preistreibende  ( bullische + ) und preissenkende (bearische - ) Faktoren.

27.07.2017

+ Exportkürzungen VAE und Kuwait
+ US Ölbestandsveränderungen API & DOE
+ Mögliche Sanktionen der USA gegen Venezuela
+ Abschaltung der Nembe Creek und Transniger Pipeline
+ Nigeria begrenzt Ölproduktion auf 1,8 Mio. B/T
+ Exportkürzungen durch Saudi-Arabien
+ OPEC verlängert Produktionskürzungen um 9 Monate
- OPEC Produktion im Juli gestiegen
- Libyens Ölproduktion soll bei 1,1 Mio. B/T liegen
- Russland spricht sich gegen weitere Produktionskürzungen aus